Dein Ratgeber zum Thema Zusatzfutter für Pferde. Erfahre alles über Mineralfutter, Kräuter, Öle und die bedarfsgerechte Fütterung für ein gesundes Pferd.

Zusatzfutter, auch Ergänzungsfuttermittel genannt, sind Produkte, die die Grundration eines Pferdes aus Raufutter und gegebenenfalls Kraftfutter gezielt ergänzen. Sie dienen dazu, einen nachgewiesenen oder vermuteten Nährstoffmangel auszugleichen, spezifische gesundheitliche Bedürfnisse zu unterstützen, die Leistungsfähigkeit zu fördern oder Mangelerscheinungen vorzubeugen. Sie sind kein Ersatz für eine hochwertige und bedarfsgerechte Grundfütterung, sondern eine gezielte Ergänzung.
Es gibt eine breite Palette an Zusatzfuttern für unterschiedliche Anwendungsbereiche. Gängige Varianten sind Mineralfutter zur Deckung des täglichen Bedarfs an Vitaminen und Spurenelementen, Kräutermischungen zur Unterstützung von Organfunktionen wie Atemwegen oder Verdauung, Öle als Energielieferanten und für ein gesundes Fell, Elektrolyte zum Ausgleich von Schweißverlusten, Produkte für den Bewegungsapparat mit Inhaltsstoffen wie Glucosamin, MSM oder Teufelskralle, sowie Futter zur Förderung des Muskelaufbaus, die reich an essentiellen Aminosäuren sind.
Die Inhaltsstoffe variieren je nach Produktzweck und können Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente, Kräuter, Öle, Hefen, Aminosäuren oder spezielle Wirkstoffkomplexe umfassen. Qualitätsmerkmale sind eine hohe Bioverfügbarkeit der Nährstoffe, was eine gute Aufnahme und Verwertung durch den Körper sicherstellt, sowie eine transparente und vollständige Deklaration aller Inhaltsstoffe und deren Konzentrationen. Hochwertige Produkte verzichten oft auf unnötige Füllstoffe, Zucker oder hohe Getreideanteile. Eine getreidefreie und melassefreie Zusammensetzung ist oft ein Zeichen für hohe Qualität.
Die Anwendung von Zusatzfutter sollte stets bedarfsgerecht erfolgen, idealerweise basierend auf einer Rationsberechnung, einer Blutanalyse oder nach Rücksprache mit einem Tierarzt oder einer qualifizierten Futterberatung. Die Dosierungsanweisungen des Herstellers müssen genau befolgt werden, da eine Überdosierung bestimmter Nährstoffe, wie zum Beispiel Selen, toxisch sein kann. Das Zusatzfutter wird üblicherweise mit dem täglichen Krippenfutter vermischt. Bei mäkeligen Pferden kann es helfen, das Futter anzufeuchten oder mit Mash zu verabreichen.
Die Preise für Zusatzfutter sind sehr unterschiedlich und reichen von günstigen Standard-Mineralfuttern bis zu teuren Spezialprodukten. Beim Kauf sollte man nicht nur auf den Preis, sondern vor allem auf die Zusammensetzung und die Konzentration der Wirkstoffe achten. Prüfen Sie, ob das Produkt zum individuellen Bedarf des Pferdes passt. Für Sportpferde ist die ADMR-Konformität entscheidend, um Dopingfallen zu vermeiden. Lesen Sie die Deklaration genau und vergleichen Sie Produkte nicht nur nach dem Preis pro Kilogramm, sondern auch nach der empfohlenen Tagesdosis und der Ergiebigkeit.
Zusatzfutter muss kühl, trocken und dunkel gelagert werden, um die Qualität und Wirksamkeit der Inhaltsstoffe, insbesondere der licht- und wärmeempfindlichen Vitamine, zu erhalten. Die Originalverpackung, meist ein wiederverschließbarer Eimer oder Sack, bietet den besten Schutz. Das Mindesthaltbarkeitsdatum sollte immer beachtet werden. Nach dem Öffnen ist es ratsam, das Produkt zügig zu verbrauchen, um einen Wirkstoffverlust und Verderb zu verhindern.
Unter dem Begriff Zusatzfutter, im Fachjargon auch Ergänzungsfuttermittel genannt, versteht man eine breite Palette von Produkten, die dazu dienen, die Grundration eines Pferdes gezielt zu ergänzen. Die Basis der Pferdefütterung bildet immer qualitativ hochwertiges Raufutter wie Heu oder Heulage, ergänzt durch Weidegang. Je nach Leistung und Bedarf kommt Kraftfutter wie Hafer oder Müsli hinzu. Zusatzfutter ist jedoch keine dieser beiden Komponenten, sondern eine gezielte Ergänzung, um Nährstofflücken zu schließen, die durch die Grundration nicht abgedeckt werden. Das Futtermittelrecht definiert Ergänzungsfuttermittel als Mischfuttermittel, die aufgrund ihrer Zusammensetzung dazu bestimmt sind, die Tagesration mit anderen Futtermitteln zu ergänzen. Sie enthalten also hohe Konzentrationen bestimmter Stoffe wie Vitamine, Mineralien oder Spurenelemente. Die Notwendigkeit für eine solche Ergänzung ergibt sich aus verschiedenen Faktoren. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Heu und Gras allein ein Pferd rundum versorgen. Moderne landwirtschaftliche Praktiken, ausgelaugte Böden und späte Erntezeitpunkte führen oft dazu, dass das heutige Raufutter nicht mehr die Nährstoffdichte und -vielfalt früherer Zeiten aufweist. Insbesondere bei Spurenelementen wie Zink, Selen und Kupfer bestehen häufig Defizite, die durch die alleinige Raufuttergabe nicht gedeckt werden können.
Die Frage, ob und welches Zusatzfutter dein Pferd benötigt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Der individuelle Bedarf ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Dazu gehören das Alter des Pferdes – ein wachsendes Fohlen hat andere Ansprüche als ein Senior –, die Rasse, der Haltungstyp (Offenstall vs. Boxenhaltung mit limitiertem Weidegang) und vor allem die erbrachte Arbeitsleistung. Ein Freizeitpferd im Erhaltungsbedarf hat einen deutlich geringeren Nährstoffbedarf als ein Sportpferd im intensiven Training, das durch Schweiß hohe Mengen an Elektrolyten verliert. Auch der Gesundheitszustand spielt eine entscheidende Rolle. Pferde mit Stoffwechselerkrankungen wie dem Equinen Metabolischen Syndrom (EMS), Cushing (PPID) oder Polysaccharid-Speicher-Myopathie (PSSM) benötigen eine speziell angepasste Fütterung, die oft den Einsatz von spezifischen Ergänzungsfuttermitteln erfordert, um den Organismus zu unterstützen, ohne ihn mit Zucker und Stärke zu belasten. Der erste und wichtigste Schritt vor dem Griff zu bunten Eimern und Dosen ist daher immer eine fundierte Bedarfsanalyse. Idealerweise basiert diese auf einer Heuanalyse, die genau aufschlüsselt, welche Nährstoffe im Grundfutter enthalten sind und wo Lücken bestehen. Nur so kannst du eine zielgerichtete und bedarfsgerechte Ergänzung sicherstellen.
Eine der größten Gefahren in der modernen Pferdefütterung ist das gut gemeinte, aber unkoordinierte Zufüttern nach dem Motto „viel hilft viel“. Dieses Vorgehen kann nicht nur teuer sein, sondern auch gesundheitsschädlich. Der Nährstoffhaushalt eines Pferdes ist ein komplexes System aus Synergien und Antagonismen. Das bedeutet, dass eine Überversorgung mit einem Nährstoff die Aufnahme eines anderen blockieren kann. Ein klassisches Beispiel ist das Verhältnis von Zink zu Kupfer. Eine übermäßige Zinkgabe kann einen Kupfermangel provozieren, selbst wenn im Futter eigentlich genug Kupfer enthalten wäre. Besonders kritisch ist die Überdosierung bei fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) und bestimmten Spurenelementen wie Selen. Eine Selenvergiftung kann schwere gesundheitliche Folgen haben, von Haarausfall bis hin zu chronischen Hufproblemen. Daher ist es unerlässlich, die gesamte Ration deines Pferdes zu betrachten – also Raufutter, Kraftfutter und alle Zusatzfutter – um eine ausgewogene Versorgung ohne gefährliche Überdosierungen zu gewährleisten. Im Zweifel ist die Konsultation eines auf Fütterung spezialisierten Tierarztes oder eines unabhängigen Futterberaters immer die sicherste und effektivste Methode, um den optimalen Futterplan für dein Pferd zu erstellen.
Die Basis jeder Pferderation ist ausreichend qualitativ hochwertiges Raufutter (mind. 1,5 kg pro 100 kg Körpergewicht). Zusatzfutter ergänzt diese Grundlage, ersetzt sie aber niemals!
Das Mineralfutter ist die absolute Grundlage der Supplementierung und für fast jedes Pferd, das nicht ausschließlich auf extrem artenreichen Weiden lebt, eine Notwendigkeit. Seine Hauptaufgabe ist es, die Defizite an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen auszugleichen, die im Grundfutter (Heu und Gras) unweigerlich entstehen. Man unterscheidet hierbei zwischen Mengenelementen, die in größeren Mengen benötigt werden, und Spurenelementen, von denen der Körper nur geringe Dosen braucht, die aber nicht minder wichtig sind. Zu den wichtigsten Mengenelementen zählen Calcium (Ca), Phosphor (P), Magnesium (Mg) und Natrium (Na). Besonders das Calcium-Phosphor-Verhältnis ist entscheidend für einen gesunden Knochenstoffwechsel und sollte idealerweise zwischen 1,5:1 und 2:1 liegen. Bei den Spurenelementen sind vor allem Zink, Kupfer, Selen, Mangan und Jod von zentraler Bedeutung. Zink ist unerlässlich für Haut, Fell und Immunsystem, während Kupfer für die Blutbildung und die Pigmentierung des Fells wichtig ist. Selen ist ein starkes Antioxidans und schützt die Zellen. Mineralfutter gibt es in verschiedenen Darreichungsformen: als Pellets, die sich gut unter das Kraftfutter mischen lassen, als Pulver, das an feuchtem Futter haftet, oder als Leckschale für die Haltung in der Gruppe, wobei hier die individuelle Aufnahme schwer zu kontrollieren ist.
Pferdekräuter sind eine weitere wichtige Kategorie von Zusatzfuttermitteln und blicken auf eine lange Tradition in der Pferdefütterung zurück. Als ursprüngliche Steppentiere haben Pferde früher eine Vielzahl verschiedener Gräser, Kräuter und Blätter gefressen und so ihren Bedarf an sekundären Pflanzenstoffen gedeckt. Heutige Monokultur-Wiesen bieten diese Vielfalt nicht mehr. Die gezielte Gabe von Kräutern kann hier eine wertvolle Ergänzung sein. Man kann zwischen Einzelkräutern und fertigen Kräutermischungen unterscheiden. Einzelkräuter wie Hagebutten sind reich an Vitamin C und unterstützen das Immunsystem, Mariendistelsamen fördern die Leberfunktion und Brennnessel wirkt harntreibend und stoffwechselanregend. Kräutermischungen sind oft auf spezifische Probleme zugeschnitten, zum Beispiel für die Atemwege (mit Thymian, Spitzwegerich), die Verdauung oder zur Beruhigung nervöser Pferde. Es ist wichtig zu verstehen, dass Kräuter potente Wirkstoffe enthalten und nicht wahllos oder dauerhaft gefüttert werden sollten. Eine kurweise Anwendung über 4-6 Wochen ist oft am sinnvollsten. Achte beim Kauf auf eine hohe Qualität, die sich durch eine schonende Trocknung, eine kräftige Farbe und einen intensiven Geruch auszeichnet. Produkte wie getreidefreie Müslis, die bereits mit einer Auswahl von bis zu elf verschiedenen Kräutern angereichert sind, können eine praktische Möglichkeit sein, diese Vielfalt in die tägliche Ration zu integrieren.
Öle sind eine beliebte Ergänzung in der Pferdefütterung, vor allem als hochkonzentrierte und staubfreie Energiequelle sowie als Lieferant für essenzielle Fettsäuren. Pferde können diese Fettsäuren nicht selbst herstellen und müssen sie über die Nahrung aufnehmen. Man unterscheidet hauptsächlich zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Während Omega-6-Fettsäuren (z.B. in Sonnenblumen- oder Maiskeimöl) eher entzündungsfördernde Prozesse im Körper unterstützen, wirken Omega-3-Fettsäuren entzündungshemmend. Ein gesundes Verhältnis ist daher entscheidend. Leinöl ist hier der Klassiker und besonders reich an der Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure, was es ideal zur Aufwertung der Ration macht. Es kann sich positiv auf Haut, Fell und die allgemeine Entzündungsbereitschaft im Körper auswirken. Andere Öle haben spezifischere Einsatzgebiete: Schwarzkümmelöl wird traditionell zur Unterstützung des Immunsystems und der Atemwege eingesetzt. Reiskeimöl enthält Gamma-Oryzanol, das den Muskelaufbau fördern kann und daher bei Sportpferden beliebt ist. Öle sind eine hervorragende Alternative zu Getreide, um Pferden mit hohem Energiebedarf zusätzliche Kalorien zuzuführen, ohne den Verdauungstrakt mit großen Mengen Stärke zu belasten. Die Gabe sollte langsam eingeschlichen werden, damit sich die Verdauung des Pferdes an die Fettverwertung gewöhnen kann.
| Art des Zusatzfutters | Hauptzweck | Typische Inhaltsstoffe | Anwendungsbeispiel |
|---|---|---|---|
| Mineralfutter | Ausgleich von Nährstofflücken im Grundfutter | Calcium, Phosphor, Zink, Kupfer, Selen, Vitamin A, D, E | Tägliche Basisversorgung für jedes Pferd |
| Kräuter (Mischungen/Einzeln) | Unterstützung spezifischer Organfunktionen | Sekundäre Pflanzenstoffe (z.B. Flavonoide, Ätherische Öle) | Atemwegskräuter bei Husten, Mariendistel zur Leberunterstützung |
| Öle | Energielieferant, Quelle für essenzielle Fettsäuren | Omega-3- (Leinöl) & Omega-6-Fettsäuren (Sonnenblumenöl) | Für glänzendes Fell, als staubfreie Energiequelle für Sportpferde |
| Gelenk-Support | Unterstützung des Bewegungsapparates | Glucosamin, Chondroitin, MSM, Hyaluronsäure, Grünlippmuschel | Bei Arthrose, für ältere Pferde oder stark beanspruchte Sportpferde |
| Verdauungs-Support | Stabilisierung der Darmflora, Unterstützung der Verdauung | Pro- & Präbiotika (Hefen), Leinsamen, Flohsamenschalen | Bei Kotwasser, nach Koliken oder bei Futterumstellungen |
| Muskelaufbau | Förderung des Muskelwachstums und der Regeneration | Essenzielle Aminosäuren (Lysin, Methionin, Threonin), Reiskeimöl | Für junge Pferde im Aufbau oder Sportpferde in der Trainingsphase |
| Nervenstärke | Unterstützung des Nervensystems bei Stress und Nervosität | Magnesium, Tryptophan, B-Vitamine | Für nervöse, schreckhafte Pferde oder in Stresssituationen (Transport, Turnier) |
Der Bewegungsapparat des Pferdes ist ein hochkomplexes System aus Knochen, Gelenken, Sehnen und Bändern, das enormen Belastungen ausgesetzt ist. Spezifische Zusatzfutter können dazu beitragen, dieses System gesund und funktionsfähig zu erhalten. Besonders bei älteren Pferden mit Arthrose oder bei Sportpferden, deren Gelenke stark beansprucht werden, ist eine gezielte Nährstoffversorgung sinnvoll. Zu den bekanntesten Wirkstoffen gehören Glucosamin und Chondroitinsulfat. Beides sind natürliche Bestandteile des Gelenkknorpels und der Gelenkschmiere (Synovia). Eine Supplementierung soll dem Körper Bausteine zur Verfügung stellen, um die Elastizität des Knorpels zu erhalten und die Produktion von Gelenkschmiere zu unterstützen. Ein weiterer wichtiger Inhaltsstoff ist MSM (Methylsulfonylmethan), eine organische Schwefelverbindung, die für die Bildung von Kollagen – einem Hauptbestandteil von Sehnen und Bändern – benötigt wird und entzündungshemmende Eigenschaften besitzen soll. Eine natürliche und hochwirksame Quelle für Gelenknährstoffe ist die neuseeländische Grünlippmuschel. Sie liefert einen einzigartigen Komplex aus Glykosaminoglykanen (GAGs), Omega-3-Fettsäuren und Mineralstoffen, der sich positiv auf die Gelenkgesundheit auswirken kann. Produkte, die 100 % reines Grünlippmuschelkonzentrat enthalten, sind hier besonders potent. Auch Kräuter wie Teufelskralle oder Ingwer sind für ihre schmerzlindernden und entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt, unterliegen aber im Turniersport oft Doping-Karenzzeiten.
Stoffwechsel- und Verdauungsprobleme sind in der modernen Pferdehaltung weit verbreitet. Erkrankungen wie das Equine Metabolische Syndrom (EMS), Cushing oder Neigungen zu Hufrehe erfordern ein extrem striktes Fütterungsmanagement mit einem Fokus auf zucker- und stärkearme Rationen. Hier kommen spezielle Zusatzfutter ins Spiel, die den Organismus unterstützen, ohne ihn zu belasten. Die Basis bildet immer eine raufutterbetonte Fütterung, oft mit gewaschenem Heu, um den Zuckergehalt zu reduzieren. Als Kraftfutter-Ersatz eignen sich getreidefreie Alternativen wie Heucobs, Esparsette-Cobs oder Reiskleie, die Energie hauptsächlich aus Fasern und Fetten liefern. Zur Unterstützung des Insulinstoffwechsels bei EMS-Pferden hat sich die Gabe von Magnesium und Chrom bewährt. Bei Cushing-Pferden kann Mönchspfeffer helfen, den Hormonhaushalt zu regulieren. Für die allgemeine Verdauungsgesundheit sind Pro- und Präbiotika von großer Bedeutung. Lebendhefen (Probiotika) oder spezielle Hefe-Zellwand-Extrakte (Präbiotika) fördern eine gesunde Darmflora und können helfen, Probleme wie Kotwasser, Blähungen oder Durchfall zu stabilisieren. Leinsamen oder Flohsamenschalen bilden Schleimstoffe, die die Darmschleimhaut schützen und die Verdauung regulieren können. Zur Unterstützung der Leber, dem zentralen Entgiftungsorgan, eignen sich Kräuter wie Mariendistel und Artischocke hervorragend.
Auch für die Atemwege, die Haut und die Hufe gibt es eine Vielzahl an unterstützenden Zusatzfuttermitteln. Chronischer Husten, Allergien oder eine erhöhte Staubbelastung im Stall können die Atemwege stark reizen. Hier können spezielle Kräutermischungen Linderung verschaffen. Kräuter wie Thymian, Spitzwegerich, Eibisch und Süßholzwurzel wirken schleimlösend, reizlindernd und krampflösend auf die Bronchien. Es gibt sie als getrocknete Kräuter zum Aufbrühen oder als flüssige Extrakte und Sirups, die einfach über das Futter gegeben werden können. Ein Beispiel für solche Produkte sind etwa flüssige Ergänzer wie EquiPulmin liquid oder fertige Mischungen wie der Atcom Care Bronchi-Mix. Für eine gesunde Haut und ein glänzendes Fell ist eine ausreichende Versorgung mit bestimmten Nährstoffen essenziell. An vorderster Stelle steht hier das Spurenelement Zink, das eine zentrale Rolle bei der Zellteilung und Regeneration der Haut spielt. Ein Zinkmangel äußert sich oft in schuppiger Haut, stumpfem Fell oder Mauke. Ebenso wichtig sind Omega-3-Fettsäuren (z.B. aus Leinöl) und Biotin. Biotin, auch als Vitamin H bekannt, ist der wohl bekannteste Nährstoff für feste und gesunde Hufe. Es ist entscheidend für die Bildung von Keratin, dem Hauptbestandteil des Hufhorns. Für eine nachhaltige Verbesserung der Hornqualität muss Biotin jedoch hochdosiert und über einen langen Zeitraum (mindestens 9-12 Monate) gefüttert werden, da der Huf nur langsam von oben herab nachwächst.
Der professionellste und genaueste Weg, den Nährstoffbedarf deines Pferdes zu ermitteln, ist die Durchführung einer Heuanalyse. Sie ist das Fundament einer jeden seriösen Rationsberechnung. Da Heu den mit Abstand größten Teil der täglichen Futtermenge ausmacht, ist es entscheidend zu wissen, was genau darin enthalten ist. Eine Heuanalyse gibt dir detailliert Auskunft über den Energie- und Proteingehalt, aber vor allem über die Konzentrationen der einzelnen Mineralstoffe und Spurenelemente. Du erfährst schwarz auf weiß, ob dein Heu beispielsweise extrem arm an Zink und Kupfer ist, aber gleichzeitig einen sehr hohen Eisengehalt aufweist – eine häufige Konstellation. Mit diesen Werten kann ein Futterberater oder Tierarzt exakt ausrechnen, welche Nährstoffe in welcher Menge über ein Zusatzfutter ergänzt werden müssen, um eine ausgewogene Ration zu erstellen. Für eine aussagekräftige Analyse ist die Probenentnahme entscheidend. Du solltest eine sogenannte repräsentative Sammelprobe von mehreren verschiedenen Ballen der gleichen Heucharge entnehmen, diese gut durchmischen und an ein spezialisiertes Labor schicken. Die Kosten für eine solche Analyse sind eine lohnende Investition, da sie dir hilft, teure Fehlkäufe bei Zusatzfuttermitteln zu vermeiden und dein Pferd optimal zu versorgen.
Ein Blutbild wird oft als schnelle und einfache Methode zur Überprüfung des Nährstoffstatus angepriesen, doch seine Aussagekraft ist begrenzt und muss mit Vorsicht interpretiert werden. Der Pferdekörper ist ein Meister der Homöostase, das heißt, er versucht, die Konzentrationen lebenswichtiger Stoffe im Blut unter allen Umständen konstant zu halten. Das bedeutet, dass der Körper bei einem Mangel in der Fütterung zunächst seine eigenen Speicher (z.B. in der Leber oder den Knochen) anzapft, um die Blutwerte stabil zu halten. Ein Mangel wird im Blutbild daher oft erst dann sichtbar, wenn die körpereigenen Depots bereits erschöpft und der Mangelzustand schon fortgeschritten ist. Umgekehrt spiegeln die Blutwerte nur eine Momentaufnahme wider und können durch die letzte Fütterung oder Stress beeinflusst werden. Dennoch hat ein Blutbild seine Berechtigung. Es ist sehr gut geeignet, um den Status von Spurenelementen zu überprüfen, die der Körper nicht so gut regulieren kann, wie zum Beispiel Selen. Auch zur Überprüfung der Leber- und Nierenwerte oder zur Diagnose von Krankheiten ist es unerlässlich. Ein Blutbild sollte jedoch niemals die alleinige Grundlage für eine Rationsgestaltung sein, sondern immer in Kombination mit einer Rationsanalyse (basierend auf einer Heuanalyse) und der klinischen Beurteilung des Pferdes durch einen Tierarzt betrachtet werden.
Sobald der Bedarf deines Pferdes ermittelt ist, folgt der entscheidende Schritt: die korrekte Dosierung des gewählten Zusatzfutters. Hierbei ist es unerlässlich, sich strikt an die Fütterungsempfehlungen des Herstellers zu halten. Diese Angaben sind in der Regel für ein durchschnittliches Warmblutpferd mit einem Körpergewicht von 500-600 kg im Erhaltungsbedarf oder leichter Arbeit kalkuliert. Du musst diese Empfehlung also unbedingt an das individuelle Gewicht deines Pferdes anpassen. Ein Isländer mit 350 kg benötigt eine deutlich geringere Menge als ein schweres Kaltblut mit 800 kg. Eine einfache Küchenwaage ist hier ein unverzichtbares Werkzeug, um exakt zu dosieren – Schätzungen mit Messbechern sind oft ungenau. Die größte Gefahr liegt in der unkontrollierten Kombination mehrerer Produkte. Wenn du beispielsweise ein Mineralfutter, ein spezielles Müsli mit Mineralisierung und zusätzlich noch einen Zink-Booster fütterst, ist die Gefahr einer massiven Überdosierung, insbesondere bei Spurenelementen wie Zink und Selen, extrem hoch. Der Bereich zwischen optimaler Versorgung und toxischer Dosis ist bei Selen besonders schmal. Eine chronische Selenvergiftung kann zu schweren gesundheitlichen Schäden führen. Denke auch an die Wechselwirkungen: Eine hohe Calciumzufuhr kann die Aufnahme von Zink und Mangan beeinträchtigen. Im Zweifel gilt immer: Weniger ist mehr. Beginne mit einem guten Basis-Mineralfutter und ergänze nur dann gezielt einzelne Nährstoffe, wenn ein nachgewiesener Mangel besteht.
Achtung, Karenzzeit! Viele Kräuter und Wirkstoffe (z.B. Teufelskralle, Ingwer, Mönchspfeffer, Tryptophan) gelten im Turniersport als dopingrelevant. Informiere dich vor der Gabe immer über die aktuellen Anti-Doping- und Medikamentenkontroll-Regeln (ADMR) der FN, um einen positiven Dopingtest zu vermeiden.
Die Qualität eines Zusatzfutters zu beurteilen, erfordert einen genauen Blick auf das Etikett und ein gewisses Grundwissen über die Inhaltsstoffe. Eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale ist die Bioverfügbarkeit der enthaltenen Nährstoffe. Dieser Begriff beschreibt, wie gut ein Nährstoff vom Pferdekörper aufgenommen und verwertet werden kann. Insbesondere bei Spurenelementen gibt es hier große Unterschiede. Anorganische Verbindungen wie Oxide oder Sulfate (z.B. Zinkoxid) sind oft preisgünstig in der Herstellung, werden vom Körper aber nur in geringem Maße aufgenommen. Deutlich hochwertiger und bioverfügbarer sind organisch gebundene Spurenelemente, sogenannte Chelate (z.B. Zinkchelat). Hier ist das Spurenelement an eine Aminosäure gebunden, was dem Körper die Aufnahme erleichtert. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist eine transparente und vollständige Deklaration. Seriöse Hersteller listen alle Inhaltsstoffe und deren genaue Mengen pro Kilogramm auf. Sei skeptisch bei vagen Begriffen wie „pflanzliche Nebenerzeugnisse“, hinter denen sich minderwertige Füllstoffe verbergen können. Achte auch auf den Zucker- und Melassegehalt. Melasse wird oft als Bindemittel für Pellets oder zur Geschmacksverbesserung eingesetzt, ist aber für stoffwechselempfindliche Pferde (EMS, Hufrehe) ungeeignet. Für diese Pferde solltest du explizit nach getreide- und melassefreien Produkten suchen.
Die Preisspanne bei Zusatzfuttermitteln ist enorm und kann für Verwirrung sorgen. Ein einfacher Mineral-Leckstein ist für unter 20 Euro zu haben, während ein hochspezialisiertes Gelenkpräparat oder ein flüssiger Atemwegssirup schnell über 80 Euro pro Liter kosten kann. Der Preis korreliert oft, aber nicht immer, mit der Qualität. Höhere Preise rechtfertigen sich meist durch die Verwendung hochwertiger, hoch bioverfügbarer Rohstoffe (z.B. Chelate statt Oxide), den Verzicht auf billige Füllstoffe, aufwendige Herstellungsverfahren und Investitionen in Forschung und Entwicklung. Ein Produkt, das beispielsweise reines Grünlippmuschel-Konzentrat enthält, wird zwangsläufig teurer sein als ein Produkt, das nur geringe Mengen davon enthält und mit Füllstoffen gestreckt ist. Die Preisangabe pro Kilogramm kann beim Vergleich helfen, wie zum Beispiel bei Bronchialmischungen, die um die 3-4 €/kg liegen können. Kaufen kannst du Zusatzfutter in lokalen Futtermittelhandlungen und Landmärkten, in Reitsportgeschäften, in zahlreichen Online-Shops oder direkt beim Hersteller. Der Vorteil des stationären Handels ist die Möglichkeit einer persönlichen Beratung, während Online-Shops oft eine größere Auswahl und günstigere Preise bieten. Unabhängig vom Kaufort solltest du deine Entscheidung immer auf Basis einer fundierten Bedarfsanalyse und nicht aufgrund von Werbeversprechen treffen.
Beim Kauf und der Anwendung von Zusatzfutter lauern einige typische Fehler, die du leicht vermeiden kannst. Der häufigste Fehler ist der Kauf aus einem Bauchgefühl heraus, ohne den tatsächlichen Bedarf des Pferdes zu kennen. Ein stumpfes Fell im Fellwechsel ist normal und nicht zwangsläufig ein Zeichen für einen Zinkmangel, der mit einem teuren Spezialprodukt behoben werden muss. Ein weiterer klassischer Fehler ist das unkoordinierte Kombinieren mehrerer Produkte. Wer ein mineralisiertes Müsli, ein allgemeines Mineralfutter und zusätzlich noch einen Einzelnährstoff wie Magnesium füttert, riskiert gefährliche Überdosierungen und Dysbalancen. Lies dir immer die Deklarationen aller gefütterten Komponenten genau durch und addiere die Nährstoffgehalte. Viele Reiter machen auch den Fehler, sich für das billigste Produkt zu entscheiden, ohne auf die Bioverfügbarkeit zu achten. Ein günstiges Mineralfutter mit anorganischen Verbindungen kann am Ende teurer sein, wenn der Körper die Nährstoffe kaum verwerten kann und Mangelerscheinungen bestehen bleiben. Vergiss außerdem nicht, die Fütterung regelmäßig zu hinterfragen und an veränderte Bedingungen anzupassen. Ein Pferd, das im Winter im Stall steht und nur leicht arbeitet, hat andere Bedürfnisse als dasselbe Pferd im Sommer bei täglichem Weidegang und intensivem Training.
Die korrekte Lagerung von Zusatzfuttermitteln ist entscheidend, um ihre Qualität und Wirksamkeit zu erhalten und gesundheitliche Risiken für dein Pferd zu vermeiden. Die drei goldenen Regeln der Lagerung lauten: kühl, trocken und dunkel. Jeder dieser Faktoren spielt eine wichtige Rolle. Eine kühle Umgebung, idealerweise unter 20°C, verlangsamt den natürlichen Abbauprozess von empfindlichen Inhaltsstoffen, insbesondere von Vitaminen. Hitze beschleunigt diese Prozesse und kann dazu führen, dass ein Futter schon lange vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum einen Großteil seiner Vitaminpotenz verloren hat. Trockenheit ist der wichtigste Faktor zur Vermeidung von Schimmel. Feuchtigkeit, sei es aus der Luft oder durch unsachgemäße Lagerung, bietet einen idealen Nährboden für Schimmelpilze. Diese können Mykotoxine bilden, die für Pferde hochgiftig sind und zu schweren gesundheitlichen Problemen von Koliken bis hin zu Leberschäden führen können. Dunkelheit schützt lichtempfindliche Vitamine wie Vitamin A und verschiedene B-Vitamine vor dem Zerfall. Der ideale Lagerort ist daher eine saubere, gut belüftete Futterkammer, die vor direkter Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit geschützt ist. Die Futtermittel sollten niemals direkt auf dem Betonboden stehen, sondern auf Paletten, um sie vor Bodenfeuchtigkeit zu schützen.
Je nach Art des Zusatzfutters gibt es spezifische Anforderungen an die Lagerung. Feste Produkte wie Pellets oder Pulver sind am anfälligsten für Feuchtigkeit. Nach dem Öffnen des Originalsacks sollten sie am besten in fest verschließbare Futtertonnen aus Kunststoff oder Metall umgefüllt werden. Dies schützt nicht nur vor Feuchtigkeit, sondern auch vor Schädlingen wie Mäusen oder Insekten, die das Futter verunreinigen können. Achte darauf, dass die Tonnen sauber und komplett trocken sind, bevor du sie befüllst. Öle sind besonders empfindlich gegenüber Licht, Wärme und Sauerstoff, was sie schnell ranzig werden lässt. Du solltest sie immer in ihren originalen, meist dunklen Flaschen aufbewahren und den Deckel nach jeder Benutzung sofort wieder fest verschließen. Ein kühler, dunkler Ort wie ein Keller oder eine kühle Speisekammer ist ideal. Ranciges Öl erkennst du an einem unangenehmen, fischigen oder „kratzigen“ Geruch und Geschmack. Es darf unter keinen Umständen mehr verfüttert werden. Getrocknete Kräuter müssen ebenfalls absolut trocken gelagert werden, um Schimmelbildung zu verhindern. Luftdichte Behälter, zum Beispiel große Einmachgläser oder spezielle Dosen, sind hierfür perfekt geeignet. Da Kräuter mit der Zeit an Aroma und Wirkkraft verlieren, ist es nicht ratsam, riesige Mengen auf Vorrat zu kaufen. Kaufe lieber kleinere Mengen und dafür öfter frisch.
Auf jeder Verpackung von Zusatzfutter findest du ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Es ist wichtig zu verstehen, was dieses Datum bedeutet. Es ist keine Angabe, ab wann das Futter schlecht ist, sondern eine Garantie des Herstellers, dass das Produkt bei korrekter Lagerung bis zu diesem Datum seine spezifischen Eigenschaften, insbesondere den deklarierten Gehalt an Vitaminen und Spurenelementen, behält. Nach Ablauf des MHD ist das Futter nicht automatisch verdorben, aber seine Wirksamkeit kann nachlassen. Du solltest deine Sinne einsetzen, um die Qualität eines Futters zu beurteilen, bevor du es deinem Pferd gibst. Mache den Sinnescheck: Schaue dir das Futter genau an. Siehst du Verklumpungen, Schimmelnester (weiße, grüne oder schwarze Flecken), Spinnweben oder gar Insekten? Rieche daran. Ein frisches Futter riecht angenehm aromatisch. Ein muffiger, modriger oder ranziger Geruch ist ein eindeutiges Warnsignal. Fühle das Material. Fühlt es sich unerwartet feucht, klebrig oder warm an? Wenn einer dieser Tests negativ ausfällt, gilt der Grundsatz: Im Zweifel immer wegwerfen. Das gesundheitliche Risiko für dein Pferd durch verdorbenes Futter ist das gesparte Geld nicht wert. Eine gute Organisation, wie das Beschriften der Futtertonnen mit Inhalt und Öffnungsdatum, hilft dir, den Überblick zu behalten und altes Futter rechtzeitig zu verbrauchen.
Beschrifte deine Futtertonnen immer mit dem Inhalt und dem Öffnungsdatum. So behältst du den Überblick und kannst nach dem „First-In, First-Out“-Prinzip füttern, bei dem ältere Chargen zuerst verbraucht werden.
Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Gesundheitsfragen immer einen qualifizierten Arzt. Ändern Sie niemals eigenständig Ihre Medikation oder Behandlung.
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Weitere wichtige Informationen zum Thema
Die Haltbarkeit von Zusatzfutter nach dem Öffnen hängt stark von der Konsistenz und den Inhaltsstoffen ab. Während Mineralfutter in Pelletform bei trockener Lagerung oft bis zu sechs Monate stabil bleibt, reagieren flüssige Öle empfindlich auf Sauerstoff und Licht. Besonders Leinöl kann innerhalb von 4 bis 8 Wochen ranzig werden, was nicht nur den Geschmack beeinträchtigt, sondern auch die Leber des Pferdes belasten kann.
Um die Wirksamkeit der Vitamine und Wirkstoffe zu erhalten, sollten Sie alle Ergänzungsmittel in fest verschließbaren Behältern an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahren. Achten Sie auf Veränderungen im Geruch oder Klumpenbildung bei Pulvern, da dies auf Feuchtigkeit und Schimmelpilzbefall hindeuten kann, was die sofortige Entsorgung des Produkts erforderlich macht.
Ja, das unkontrollierte Mischen verschiedener Produkte kann zu sogenannten Antagonismen führen, bei denen sich Nährstoffe gegenseitig an der Aufnahme hindern. Ein klassisches Beispiel ist das gleichzeitige Verfüttern von hohen Dosen Eisen, die die Aufnahme von Kupfer und Zink massiv stören können. Auch die Kombination von verschiedenen Herstellern birgt das Risiko einer kumulativen Überdosierung von Spurenelementen wie Selen.
Besondere Vorsicht ist bei der Kombination von Medikamenten und Kräutern geboten. So können schleimlösende Kräuter die Aufnahme von Tierarzneimitteln im Darm verzögern oder abschwächen. Es empfiehlt sich, zwischen der Gabe von Mineralfutter und speziellen Kräuterkuren einen zeitlichen Abstand von einigen Stunden zu lassen oder die verschiedenen Zusätze auf die Morgen- und Abendfütterung aufzuteilen.
Viele hochpreisige Zusatzfutter basieren auf einfachen Grundstoffen, die einzeln deutlich günstiger zu beziehen sind. Anstatt teure 'Glanz-Fell-Kuren' zu kaufen, kann bereits hochwertiges Leinöl aus dem Lebensmittelhandel oder reine Bierhefe aus der Mühle denselben Effekt zu einem Bruchteil des Preises erzielen. Auch einfache Kräuter wie Brennnessel oder Hagebutte lassen sich oft kosteneffizient in größeren Gebinden oder im Kräuterfachhandel erwerben.
Allerdings sollte man bei preiswerten Alternativen niemals an der Analyse sparen. Während man bei Ölen und Einzelkräutern gut sparen kann, ist bei komplexen Mineralfuttern die präzise Zusammensetzung entscheidend. Ein billiges Produkt mit minderwertigen anorganischen Bindungen wird vom Körper schlechter verwertet, sodass am Ende eine höhere Dosierung nötig ist, was den Preisvorteil wieder zunichtemacht.
Obwohl frisches Gras deutlich vitaminreicher ist als Heu, rechtfertigt Weidegang meist nicht das komplette Absetzen von Zusatzfutter, insbesondere von Mineralfutter. Viele heimische Böden sind arm an essenziellen Spurenelementen wie Selen und Zink, die auch im Gras nicht in ausreichender Menge vorkommen. Während die Versorgung mit Vitamin A und E im Sommer meist gedeckt ist, bleibt der Bedarf an Mineralstoffen für die Skeletterhaltung und den Stoffwechsel bestehen.
In der Weidesaison kann man jedoch oft auf eine reduzierte Dosis oder ein spezielles 'Sommer-Mineral' umsteigen, das weniger Vitamine, aber die nötigen stabilen Spurenelemente enthält. Wenn das Pferd durch das Gras stark zunimmt, sollte man auf getreidefreie Mineralsticks oder Leckschalen zurückgreifen, um die Nährstoffversorgung ohne zusätzliche Kalorien zu gewährleisten.
Die Verwertung lässt sich am besten über einen Zeitraum von mehreren Wochen an äußeren Merkmalen wie der Hornqualität, dem Fellglanz und der allgemeinen Vitalität beobachten. Ein subtiles Anzeichen für eine gute Verwertung ist zudem eine verbesserte Muskelregeneration nach dem Training. Bleiben sichtbare Probleme wie brüchige Hufe trotz Supplementierung bestehen, deutet dies oft auf eine schlechte Bioverfügbarkeit der verwendeten Inhaltsstoffe oder eine gestörte Darmflora hin.
Für eine wissenschaftlich fundierte Kontrolle ist ein Blutbild nach etwa 8 bis 12 Wochen Supplementierung sinnvoll, wobei man beachten muss, dass manche Werte im Blut (wie Calcium) durch körpereigene Depots konstant gehalten werden und Fehlversorgungen erst spät anzeigen. Eine Haaranalyse oder eine Kotuntersuchung auf Sandrückstände kann ergänzend Aufschluss darüber geben, ob die Nährstoffaufnahme im Darm effizient funktioniert.

Pferdeliebhaberin seit Kindertagen und Autorin auf pferdekumpel.de. Lisa vereint ihre langjährige Erfahrung als Reiterin und Pferdebesitzerin mit fundiertem Wissen über artgerechte Haltung, Pferdegesundheit und Reitsport. Als Fachautorin und passionierte Dressurreiterin liegt ihr Fokus auf praxisnaher Wissensvermittlung — von der richtigen Ausrüstung über Pferdeernährung bis hin zu Trainingstipps für Reiter aller Levels.
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