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Letztes Update: 18. Mai 2026

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Pferdedecken Guide: Welche Decke bei welcher Temperatur?

13. Mai 2026•15 Min. Lesezeit
von Lisa Brandt
Pferdedecken Guide: Welche Decke bei welcher Temperatur?

Das Wichtigste auf einen Blick

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  • 2Fühle regelmäßig unter der Decke: Die Haut sollte warm und trocken sein, nicht verschwitzt.
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Welche Decke braucht mein Pferd bei welcher Temperatur?

Die richtige Decke hängt von der Außentemperatur, aber entscheidend auch von individuellen Faktoren wie Schur, Rasse, Alter und Haltungsform deines Pferdes ab. Eine pauschale Grad-Angabe ist daher nur ein Richtwert, der immer an dein Pferd angepasst werden muss. Ein geschorenes Sportpferd friert bei 10 °C, während ein Robustpony im dicken Winterfell noch nicht einmal an eine Decke denkt.

Um dir eine erste Orientierung zu geben, haben wir eine umfassende Tabelle erstellt. Sie dient als Ausgangspunkt für deine Entscheidung. Beobachte dein Pferd immer genau: Fühlt es sich unter der Decke angenehm warm und trocken an? Dann hast du die richtige Wahl getroffen. Ist es verschwitzt, ist die Decke zu warm. Ist es kühl, braucht es mehr Schutz.

Temperatur-Tabelle für Pferdedecken: Ein Richtwert

Diese Tabelle hilft dir, die passende Deckenfüllung (angegeben in Gramm pro Quadratmeter, g/m²) für verschiedene Temperaturbereiche zu finden. Bedenke immer die zusätzlichen Faktoren wie Wind, Niederschlag und die individuelle Veranlagung deines Pferdes.

Temperatur Ungeschorenes Pferd (gesund, normalgewichtig) Geschorenes Pferd / Kälteempfindliches Pferd Hinweise
Über 15 °C Keine Decke / Fliegendecke Keine Decke / Dünne Regendecke (0g) bei Regen Bei starker Sonneneinstrahlung kann eine UV-Schutz-Fliegendecke sinnvoll sein.
10 °C bis 15 °C Keine Decke oder dünne Regendecke (0g) bei Regen/Wind Leichte Übergangsdecke (50g - 100g) Die Phase des Fellwechsels. Pferde sind oft empfindlicher.
5 °C bis 10 °C Regendecke (0g) oder leichte Decke (50g - 100g) Mittelschwere Übergangsdecke (150g - 250g) Bei Dauerregen und Wind ist eine Decke auch für robuste Pferde oft angenehm.
0 °C bis 5 °C Leichte bis mittelschwere Decke (100g - 200g) Mittelschwere bis dicke Winterdecke (250g - 350g) Achte auf Atmungsaktivität, um Schwitzen zu vermeiden.
Unter 0 °C Mittelschwere bis dicke Winterdecke (200g - 300g) Dicke Winterdecke (350g - 500g+) Bei extremen Minusgraden kann das Layering (z.B. Unterdecke + Outdoordecke) eine Option sein.

Diese Tabelle ist ein wertvoller Anhaltspunkt, aber kein starres Gesetz. Dein bestes Werkzeug ist und bleibt deine Hand: Fühle regelmäßig unter der Decke an der Schulter oder auf der Kruppe deines Pferdes. Die Haut sollte sich dort angenehm warm, aber nicht feucht oder heiß anfühlen.

Die wichtigsten Pferdedecken-Arten im Überblick

Die wichtigsten Pferdedecken-Arten im Überblick
Die wichtigsten Pferdedecken-Arten im Überblick

Der Markt für Pferdedecken ist riesig und kann schnell überfordern. Doch im Grunde lassen sich die meisten Modelle auf wenige Grundtypen reduzieren, die jeweils einen spezifischen Zweck erfüllen. Wir stellen dir die wichtigsten Deckenarten vor, damit du genau weißt, was dein Pferd wann braucht.

Abschwitzdecke: Der Helfer nach dem Training

Eine Abschwitzdecke besteht meist aus Fleecematerial oder einem speziellen Funktionsstoff. Ihre Hauptaufgabe ist es, den Schweiß nach dem Reiten oder Longieren vom Fell wegzuleiten und das Pferd vor dem Auskühlen zu schützen. Das Material saugt die Feuchtigkeit auf und transportiert sie an die Oberfläche, wo sie verdunsten kann.

Du legst die Decke direkt nach der Arbeit auf das noch feuchte Pferd. Sobald die Decke von außen spürbar klamm ist und das Pferd darunter trocken ist, hat sie ihre Aufgabe erfüllt. Dann sollte sie abgenommen oder gegen eine trockene Stall- oder Weidedecke getauscht werden. Eine nasse Abschwitzdecke auf dem Pferd zu lassen, würde den gegenteiligen Effekt haben und zu einer Unterkühlung führen.

Regendecke (0g Füllung): Schutz vor Nässe und Wind

Eine Regendecke, oft auch als ungefütterte Weidedecke bezeichnet, ist im Grunde eine wasserdichte und atmungsaktive Hülle. Sie hat keine wärmende Füllung (0g) und dient primär dazu, das Pferd bei Regen und Wind trocken zu halten. Das ist besonders in der Übergangszeit wichtig, wenn das Pferd noch kein dichtes Winterfell hat oder wenn es empfindlich auf Nässe reagiert.

Achte beim Kauf auf eine hohe Wassersäule (mindestens 3.000 mm) und eine gute Atmungsaktivität (mindestens 3.000 g/m²/24h). Ein robustes Außenmaterial, gemessen in Denier (ab 600 D aufwärts), sorgt für die nötige Reißfestigkeit auf der Weide oder im Paddock. Diese Decken sind ideal für Temperaturen zwischen ca. 10 und 18 °C bei ungemütlichem Wetter.

Übergangsdecke (50g - 200g): Für Herbst und Frühling

Die Übergangsdecke schließt die Lücke zwischen der reinen Regendecke und der dicken Winterdecke. Mit einer leichten Füllung von 50g, 100g, 150g oder 200g bietet sie leichten Wärmeschutz, ohne das Pferd bei milden Temperaturen ins Schwitzen zu bringen. Sie ist die perfekte Wahl für kühle Herbsttage, wechselhaftes Aprilwetter oder für Pferde, die nur leicht geschoren sind.

Eine Decke mit 100g Füllung ist ein echter Allrounder und für viele Pferde in unseren Breitengraden ein unverzichtbarer Begleiter. Sie schützt vor Kälte und Nässe, ohne die natürliche Thermoregulation des Pferdes komplett außer Kraft zu setzen. Für geschorene Pferde ist sie oft schon bei Temperaturen um die 10-12 °C die richtige Wahl.

Winterdecke (200g - 500g+): Für die kalten Tage

Wenn die Temperaturen dauerhaft in den einstelligen Bereich oder unter den Gefrierpunkt fallen, schlägt die Stunde der Winterdecke. Mit Füllungen von 200g bis über 500g sorgt sie dafür, dass auch geschorene oder kälteempfindliche Pferde nicht frieren. Die gängigsten Modelle haben Füllungen zwischen 250g und 400g.

Welche Füllung die richtige ist, hängt stark vom Pferd ab. Ein vollgeschorenes Warmblut in einer Außenbox benötigt bei -5 °C vielleicht eine 400g-Decke, während ein ungeschorener Haflinger im Offenstall bei denselben Temperaturen mit einer 200g-Decke oder sogar ganz ohne Decke auskommt. Sehr dicke Decken über 400g sind meist nur für extrem kälteempfindliche, alte oder kranke Pferde und bei tiefsten Minusgraden notwendig.

Was beeinflusst die Deckenwahl neben der Temperatur?

Was beeinflusst die Deckenwahl neben der Temperatur?
Was beeinflusst die Deckenwahl neben der Temperatur?

Neben der reinen Temperatur sind vor allem die Schur, die Rasse, das Alter, der Gesundheitszustand und die Haltungsform deines Pferdes entscheidend für die richtige Deckenwahl. Wer diese Faktoren ignoriert und nur auf das Thermometer schaut, läuft Gefahr, sein Pferd falsch einzudecken. Ein gesundes Pferd kann überhitzen, während ein älteres Pferd bei gleicher Temperatur vielleicht friert.

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Lerne, dein Pferd zu „lesen“. Ist es entspannt? Knabbert es genüsslich am Heu? Oder steht es mit aufgestelltem Fell und angespannten Muskeln in der Ecke? Diese Beobachtungen sind oft aussagekräftiger als jede Wetter-App. Wir zeigen dir, welche individuellen Faktoren du unbedingt berücksichtigen musst.

Schur: Geschoren oder ungeschoren?

Die Schur ist der wichtigste Faktor nach der Temperatur. Ein Pferd ohne sein dichtes Winterfell ist wie ein Mensch ohne Winterjacke. Die natürliche Isolationsschicht fehlt komplett. Daher gilt die Faustregel: Ein geschorenes Pferd muss eingedeckt werden, sobald die Temperaturen unter ca. 10-12 °C fallen.

Die Art der Schur spielt ebenfalls eine Rolle. Ein Pferd mit einer Vollschur braucht eine dickere Decke als ein Pferd mit einer Streifen- oder Deckenschur, bei der die empfindliche Nierenpartie bedeckt bleibt. Das Eindecken ersetzt die fehlende Isolationsfunktion des Fells und ermöglicht es dem Pferd, auch im Winter trainiert zu werden, ohne stark zu schwitzen und sich anschließend zu erkälten.

Rasse und Typ: Vom Robustpony zum Vollblüter

Die genetische Herkunft deines Pferdes hat einen großen Einfluss auf seine Kältetoleranz. Robustrassen wie Isländer, Fjordpferde oder Shetlandponys stammen aus kargen, kalten Regionen. Sie entwickeln ein extrem dichtes, zweischichtiges Winterfell mit viel Unterwolle und einer isolierenden Fettschicht. Diese Pferde benötigen nur in Ausnahmefällen (z.B. bei Krankheit, hohem Alter oder extremem Wetter) eine Decke.

Moderne Sportpferde wie Hannoveraner oder Holsteiner sowie hoch im Blut stehende Rassen wie Vollblüter oder Araber sind anders gezüchtet. Ihr Fell ist oft feiner und weniger dicht. Sie haben einen höheren Stoffwechsel und einen geringeren Körperfettanteil, was sie kälteempfindlicher macht. Diese Pferde benötigen tendenziell früher und eine dickere Decke als ihre robusten Artgenossen.

Haltung: Offenstall, Paddockbox oder Innenbox?

Die Haltungsform ist ein weiterer entscheidender Punkt. Ein Pferd im Offenstall ist ständig den Witterungsbedingungen ausgesetzt und kann sich durch Bewegung warmhalten. Es entwickelt in der Regel ein dichteres Fell als ein Pferd, das die meiste Zeit in einer geschützten Innenbox steht. Offenstallpferde brauchen daher oft eine weniger dicke Decke, die aber besonders robust und absolut wasserdicht sein muss.

Pferde in Paddockboxen haben die Wahl zwischen dem geschützten Innenbereich und dem offenen Außenbereich. Hier muss die Decke ebenfalls wetterfest sein. In einer reinen Innenbox ist das Pferd vor Wind und Regen geschützt. Die Temperatur im Stall ist oft einige Grad höher als draußen. Hier reichen in der Regel dünnere Decken oder spezielle Stalldecken ohne wasserdichte Funktion.

Alter und Gesundheitszustand

Ältere Pferde haben oft einen verlangsamten Stoffwechsel und tun sich schwerer damit, ihre Körpertemperatur zu halten. Sie bauen auch leichter Muskulatur ab und haben weniger isolierendes Fett. Ein Senior kann daher auch ungeschoren von einer leichten Decke profitieren, um Energie zu sparen und das Immunsystem zu entlasten. Gleiches gilt für kranke oder rekonvaleszente Pferde.

Auch der Futterzustand spielt eine Rolle. Ein dünnes Pferd hat weniger Reserven und friert schneller als ein normal- bis leicht übergewichtiges Pferd. Die Verdauung von Raufutter (Heu) erzeugt im Dickdarm des Pferdes erhebliche Wärme – die „innere Heizung“. Sorge also immer für ausreichend Heu, besonders in kalten Nächten. Das ist oft die beste „Decke“ von innen.

Mythen & Fakten: Gängige Irrtümer rund ums Eindecken

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Rund um das Thema Pferdedecken kursieren viele Meinungen und Halbwahrheiten. Oft werden menschliche Empfindungen auf das Pferd übertragen, was zu Fehlern wie dem Überdecken führt. Wir räumen mit den häufigsten Mythen auf und erklären die Fakten dahinter.

Mythos 1: „Ein zitterndes Pferd friert immer“

Das ist nicht zwangsläufig richtig. Zittern ist ein natürlicher Mechanismus des Körpers, um durch schnelle Muskelkontraktionen Wärme zu erzeugen. Ein gesundes, ungeschorenes Pferd, das kurz zittert, kurbelt damit seine innere Heizung an. Problematisch wird es erst, wenn das Pferd über einen längeren Zeitraum zittert, apathisch wirkt oder die Muskeln verkrampft.

Auch das Aufstellen des Fells (Piloerektion) ist ein normaler Vorgang. Dabei plustern sich die Haare auf und bilden ein isolierendes Luftpolster. Eine Decke drückt dieses Luftpolster platt und kann die natürliche Thermoregulation sogar stören. Beobachte also das Gesamtbild: Ein ansonsten fittes Pferd, das bei Kälte kurz zittert und dann wieder entspannt frisst, friert nicht unbedingt.

Mythos 2: „Viel hilft viel – eine dicke Decke ist immer besser“

Dieser Irrtum ist gefährlicher als man denkt. Ein Pferd zu warm einzudecken, kann zu erheblichem Hitzestress führen. Pferde können nicht wie Menschen am ganzen Körper schwitzen, um sich abzukühlen. Wenn ein Pferd unter der Decke schwitzt, wird das Fell nass, die Isolationswirkung geht verloren und es besteht die Gefahr einer Erkältung, sobald die Decke abgenommen wird oder der Wind darunter pfeift.

Ein überhitztes Pferd kann zudem Kreislaufprobleme bekommen. Die ständige Wärme kann den Stoffwechsel belasten und das Immunsystem schwächen. Weniger ist oft mehr. Wähle die Decke lieber eine Stufe dünner und kontrolliere regelmäßig, ob dein Pferd darunter schwitzt. Die Devise lautet: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Mythos 3: „Pferde brauchen im Winter immer eine Decke“

Das ist ein klares Nein. Ein gesundes Pferd mit dichtem Winterfell, das artgerecht mit ausreichend Raufutter und einem Witterungsschutz gehalten wird, ist von Natur aus bestens für Kälte gerüstet. Die Komfortzone eines Pferdes liegt zwischen +25 °C und -15 °C. Sie kommen mit Kälte weitaus besser zurecht als mit Hitze.

Das Eindecken ist eine Management-Entscheidung des Menschen, meist aus folgenden Gründen:

  • Training: Ein geschorenes Pferd schwitzt weniger und trocknet schneller.
  • Sauberkeit: Eine Decke hält das Pferd für Turniere oder im Alltag sauber.
  • Gesundheit: Alte, kranke oder sehr dünne Pferde werden unterstützt.
  • Komfort: Bei extremem Wetter (Dauerregen, eisiger Wind) kann eine Decke auch für robuste Pferde angenehm sein.
Ein pauschales Eindecken aller Pferde im Stall ist jedoch nicht artgerecht und oft unnötig.

Wie finde ich die perfekte Passform für eine Pferdedecke?

Die perfekte Passform findest du, indem du die Rückenlänge deines Pferdes vom Widerrist bis zum Schweifansatz misst und sicherstellst, dass die Decke an Brust, Schulter und Widerrist weder spannt noch rutscht. Eine schlecht sitzende Decke ist nicht nur unbequem, sondern kann zu schmerzhaften Scheuerstellen, Druckpunkten und sogar Muskelverspannungen führen. Die Investition in eine gut passende Decke ist daher eine Investition in die Gesundheit deines Pferdes.

Die richtige Größe ist die Grundlage, aber auch der Schnitt der Decke muss zum Körperbau deines Pferdes passen. Ein schmalbrüstiger Araber benötigt einen anderen Schnitt als ein breitschultriger Kaltblüter. Probiere verschiedene Marken und Modelle aus, um den idealen Schnitt für dein Pferd zu finden.

Schritt-für-Schritt: So misst du dein Pferd richtig aus

Die Größenangabe von Pferdedecken bezieht sich in Europa meist auf die Rückenlänge in Zentimetern (z.B. 135 cm, 145 cm, 155 cm). So gehst du beim Messen vor:

  1. Positioniere dein Pferd: Stelle dein Pferd gerade und geschlossen auf einer ebenen Fläche auf.
  2. Finde den Startpunkt: Lege das Maßband am höchsten Punkt des Widerrists an, dort, wo der Hals in den Rücken übergeht.
  3. Messe die Rückenlänge: Führe das Maßband parallel zum Boden entlang der Wirbelsäule bis zum Schweifansatz. Der Schweifansatz ist der Punkt, an dem die Schweifrübe aus dem Körper austritt.
  4. Lese das Ergebnis ab: Die gemessene Zentimeterzahl entspricht der benötigten Deckengröße. Liegt dein Ergebnis zwischen zwei Größen, wähle im Zweifel eher die größere Variante, damit die Decke hinten nicht zu kurz ist.
Dieses Maß ist der wichtigste Anhaltspunkt. Einige Hersteller geben zusätzlich die Gesamtlänge (von der Brust bis zum hinteren Ende der Decke) an, was vor allem bei US-Marken üblich ist.

Checkliste: Qualitätsmerkmale einer gut sitzenden Decke

Wenn du die Decke anprobierst, achte auf folgende Punkte, um den Sitz zu beurteilen:

  • Widerrist: Die Decke darf nicht auf den Widerrist drücken. Ein gut gepolsterter Bereich oder ein spezieller High-Neck-Schnitt können hier Abhilfe schaffen.
  • Schulter: Es muss genügend Platz für die Schulterbewegung vorhanden sein. Gehfalten (hohe Schlitze im Schulterbereich) sorgen für mehr Freiheit. Die Decke sollte nicht spannen, wenn das Pferd den Kopf senkt.
  • Brustverschluss: Er sollte sich leicht schließen lassen, ohne die Decke überlappen zu lassen oder eine große Lücke zu erzeugen. Viele moderne Decken bieten hier mehrfache Verstellmöglichkeiten.
  • Länge: Die Decke sollte die Flanken bedecken und kurz vor dem Ellbogen enden. Hinten sollte sie bis zum Schweifansatz reichen und die Hinterhand gut umschließen.
  • Kreuzbegurtung: Die Gurte sollten sich auf mittlerer Einstellung überkreuzen lassen, wobei eine Handbreit Platz zwischen Bauch und Gurten bleiben sollte.
  • Hinterhandriemen/Schweifkordel: Sie verhindern, dass die Decke bei Wind hochklappt oder verrutscht.
Eine gut sitzende Decke liegt glatt am Pferdekörper an, wirft keine Falten und verrutscht auch nicht, wenn sich das Pferd wälzt.

Folgen einer schlecht sitzenden Decke

Die Konsequenzen einer unpassenden Decke sind nicht zu unterschätzen. Eine zu enge Decke schränkt die Bewegung ein, verursacht permanenten Druck und führt unweigerlich zu Scheuerstellen, besonders an Schulter, Brust und Widerrist. Das Fell bricht ab, die Haut wird wund und es können sich schmerzhafte Entzündungen bilden.

Eine zu große Decke ist ebenfalls problematisch. Sie verrutscht leicht, kann sich verdrehen und stellt ein Sicherheitsrisiko dar, da das Pferd mit den Beinen in den Gurten hängen bleiben kann. Zudem können kalte Luft und Regen unter die Decke ziehen, wodurch der Schutzeffekt verloren geht. Nimm dir also ausreichend Zeit für die Anprobe und Auswahl.

Pflege und Lagerung: So bleibt die Decke lange funktionstüchtig

Hochwertige Pferdedecken sind eine Investition. Mit der richtigen Pflege und Lagerung stellst du sicher, dass sie ihre Funktion über viele Saisons behält und dein Pferd zuverlässig schützt. Eine vernachlässigte Decke verliert ihre Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität und kann sogar Hautprobleme verursachen.

Richtig waschen und imprägnieren

Bevor du eine Decke wäschst, entferne groben Schmutz und Haare mit einer Bürste. Schließe alle Schnallen und Klettverschlüsse, um die Waschtrommel zu schützen. Verwende unbedingt ein spezielles Deckenwaschmittel. Herkömmliche Waschmittel zerstören die Imprägnierung und können die empfindliche Pferdehaut reizen.

Wasche die Decke bei maximal 30 °C im Schonwaschgang. Viele Reitsportgeschäfte oder Wäschereien bieten einen professionellen Deckenservice an, was besonders bei großen, schweren Winterdecken sinnvoll ist. Nach dem Waschen muss die Imprägnierung erneuert werden. Dafür gibt es spezielle Sprays oder Einwaschimprägnierungen. Lasse die Decke anschließend vollständig an der Luft trocknen – sie gehört auf keinen Fall in den Trockner!

Kleine Reparaturen selbst durchführen

Ein kleiner Riss oder eine kaputte Schnalle sind kein Grund, die Decke wegzuwerfen. Im Fachhandel gibt es spezielle Reparatur-Sets für Outdoordecken. Kleine Löcher und Risse lassen sich mit selbstklebenden Flicken schnell und wasserdicht verschließen. So verhinderst du, dass Feuchtigkeit in die Füllung eindringt.

Überprüfe regelmäßig alle Nähte, Schnallen und Gurte. Eine gerissene Naht kann schnell größer werden. Mit Nadel und einem stabilen Faden (z.B. Zahnseide als Notlösung) lassen sich viele kleine Schäden beheben, bevor sie zum Problem werden. Der Austausch einer defekten Schnalle ist ebenfalls oft unkompliziert möglich.

Die richtige Lagerung im Sommer

Am Ende der Wintersaison sollte die Decke gründlich gereinigt und getrocknet werden, bevor sie eingelagert wird. Eine schmutzige Decke ist ein Nährboden für Schimmel und Bakterien. Lagere die saubere, trockene Decke in einer atmungsaktiven Tasche oder einem alten Bettbezug an einem trockenen, gut belüfteten Ort.

Plastiksäcke sind ungeeignet, da sich darin Restfeuchtigkeit sammeln und zu Schimmelbildung führen kann. Eine korrekte Lagerung schützt nicht nur vor Schmutz und Schädlingen, sondern erhält auch die Funktion der Materialien, sodass du im nächsten Herbst wieder eine einsatzbereite Decke zur Hand hast.

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Wichtige Hinweise

Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch einen qualifizierten Arzt oder Gesundheitsdienstleister. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer einen Arzt. Die dargestellten Informationen basieren auf Recherchen und können individuell unterschiedlich wirken. Ändern Sie niemals eigenständig Ihre Medikation oder Behandlung. Bei akuten Problemen wenden Sie sich umgehend an einen Arzt oder rufen Sie den Notruf (112).

Haftungsausschluss: Wir übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch die Nutzung der hier bereitgestellten Informationen entstehen könnten. Die Verwendung erfolgt auf eigene Verantwortung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Weitere wichtige Informationen zum Thema

Am besten entfernst du vor dem Waschen groben Schmutz und Pferdehaare mit einer Bürste. Verwende ein spezielles Waschmittel für Pferdedecken oder Outdoor-Textilien, da normale Waschmittel die wasserdichte Imprägnierung angreifen können. Wasche die Decke entweder in einer ausreichend großen Waschmaschine oder nutze einen professionellen Decken-Waschservice. Verzichte unbedingt auf Weichspüler und lasse die Decke an der Luft trocknen, anstatt sie in den Trockner zu geben.

Ja, in den meisten Fällen kannst du die Wasserdichtigkeit wiederherstellen. Die äußere Schutzschicht, die sogenannte Imprägnierung, nutzt sich mit der Zeit ab. Wasche die Decke zuerst gründlich nach Anleitung, damit die Poren des Stoffes frei von Schmutz sind.

Anschließend kannst du ein spezielles Imprägnierspray oder eine Einwasch-Imprägnierung für Outdoor-Stoffe verwenden. Dies erneuert den Abperleffekt und sorgt dafür, dass die Decke wieder wasserdicht, aber trotzdem atmungsaktiv ist.

Die richtige Größe ist entscheidend, um Scheuerstellen und Verrutschen zu verhindern. Miss die Rückenlänge deines Pferdes vom höchsten Punkt des Widerrists bis zum Schweifansatz. Dieses Maß in Zentimetern entspricht in der Regel der Deckengröße.

Da die Schnitte je nach Hersteller variieren, probiere die Decke immer an. Sie sollte an Brust und Schulter nicht spannen, am Widerrist genügend Freiheit bieten und hinten nicht über den Schweifansatz hinausragen.

Starke Temperaturschwankungen, besonders im Frühling und Herbst, sind eine Herausforderung. Eine gute Option ist eine Decke mit einer leichten bis mittleren Füllung (z.B. 100g), die einen breiteren Temperaturbereich abdeckt.

Wenn dein Pferd in einer Herde auf der Weide steht und du nicht mehrmals täglich die Decke wechseln kannst, ist dies oft der beste Kompromiss. Beobachte dein Pferd genau: Schwitzt es in der Mittagssonne, war die Decke eventuell zu warm gewählt.

Ja, das sogenannte Layering ist eine flexible Methode, um auf unterschiedliche Temperaturen zu reagieren. Du kombinierst dabei eine dünnere Unterdecke mit einer wasserdichten Outdoordecke. Wichtig ist, dass beide Decken gut aufeinander abgestimmt sind und nicht verrutschen, um Druck- oder Scheuerstellen zu vermeiden.

Achte darauf, dass alle Schichten atmungsaktiv sind, damit sich kein Hitzestau oder Schweiß unter den Decken bildet. Das Gesamtgewicht der Decken sollte für dein Pferd noch angenehm sein.

Achte auf kahle oder aufgescheuerte Stellen, besonders im Bereich von Widerrist, Schulter, Brust und an den Hüfthöckern. Wenn dein Pferd versucht, in die Decke zu beißen, sich unruhig wälzt oder empfindlich auf Berührungen am Rücken reagiert, kann dies ein Zeichen für eine schlechte Passform oder Druckstellen sein. Eine ständig verrutschende Decke ist nicht nur unangenehm, sondern auch ein Sicherheitsrisiko. Bei offenen Hautstellen oder deutlichen Schmerzanzeichen solltest du immer deinen Tierarzt zu Rate ziehen.

Lisa Brandt
Lisa Brandt
Pferdehaltung & FütterungPferdegesundheit & VorsorgeDressur & ReitsportAusrüstung & SattelkundePferdepflege & HufpflegePferderassen & Zucht

Pferdeliebhaberin seit Kindertagen und Autorin auf pferdekumpel.de. Lisa vereint ihre langjährige Erfahrung als Reiterin und Pferdebesitzerin mit fundiertem Wissen über artgerechte Haltung, Pferdegesundheit und Reitsport. Als Fachautorin und passionierte Dressurreiterin liegt ihr Fokus auf praxisnaher Wissensvermittlung — von der richtigen Ausrüstung über Pferdeernährung bis hin zu Trainingstipps für Reiter aller Levels.

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